Zweckverband

Sozialstation Mittlere Wetterau

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Chronische Wunden

Was sind chronische Wunden?

Wenn eine Wunde 4 bis 12 Wochen nach ihrer Entstehung noch vorhanden ist, spricht man von einer chronischen Wunde. Zu den häufigsten chronischen Wunden zählen:

  • Ulcus cruris (offenes Bein)
  • Dekubitus (Druckgeschwür)
  • Diabetisches Fußsyndrom (diabetische Fußwunden)

Unter einem Ulcus cruris (Beingeschwür) versteht man eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel. Ursache ist eine Mangeldurchblutung der betroffenen Stelle. Diese Wunde ist zunächst klein, kann aber im Laufe der Zeit größer werden.

Ein Dekubitus (Druckgeschwür) entsteht durch einen permanenten Druck auf die Haut und die dadurch bedingte verminderte Durchblutung des Bereichs. Zunächst zeigt sich eine starke Rötung an der betroffenen Hautstelle. Innerhalb weniger Stunden kann dort ein kleiner Hautdefekt entstehen, der im schlimmsten Fall immer größer wird.

Das diabetische Fußsyndrom (diabetische Fußwunde) entsteht als Folge einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Der Heilungsverlauf der Wunde wird durch die Erkrankung und andere Faktoren gestört.

Was ist ein Rezidiv?

Nach der Abheilung einer chronischen Wunde besteht die Gefahr, dass sich die Stelle neu entzündet. Denn das Narbengewebe ist empfindlicher und kann viel schneller erneut verletzt werden als gesundes Gewebe. Entsteht eine bereits verheilte Wunde aufs Neue, so nennt man dies Rezidiv.

Wie kann ein positiver Wundverlauf gefördert werden?

Bewegung

Wichtig für den Behandlungserfolg ist es, Ihre Herztätigkeit zu aktivieren, um die Durchblutung zu fördern. Dies können Sie mit Geh- und Bewegungsübungen erreichen. Sollten Sie in Ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein, kann Ihnen ein Physiotherapeut Unterstützung bieten. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Verwenden Sie Schuhe, in denen Sie sicher und druckfrei stehen und gehen können. Bei Dekubitalgeschwüren achten Sie auf eine regelmäßige Druckentlastung oder Freilagerung des Wundbereichs (z. B. durch verschiedene Lagerungen, auch Mikrolagerung, sowie druckentlastende Matratzen).

Ernährung

Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (rund 30 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht pro Tag , sofern ärztlich erlaubt). So wird der Stoffwechsel angeregt und Stoffwechselabbauprodukte schneller abtransportiert. Essen Sie gesund und abwechslungsreich. Achten Sie auf vitamin – und mineralstoffreiche Ernährung. Nehmen Sie zu jeder Mahlzeit eine zusätzliche Eiweißportion zu sich (z. B. Quark, Milch, Joghurt). In der Apotheke können Sie eiweißreiche Zusatznahrung erhalten. Weitere Informationen und Tipps zur Ernährung können Sie in unserer Patienten – und Angehörigeninformation „Ernährung“ entnehmen.

Hautschutz und Hautpflege

Nehmen Sie den Verband nicht selbständig ab und vermeiden Sie, in der undumgebung an der Haut zu kratzen oder die Wunde in irgendeiner Weise zu manipulieren. Achten Sie darauf, dass die Kleidung nicht an der Wunde scheuert und kein Schmutz hineingelangt. Um die Entstehung neuer Wunden zu verhindern, sollten Sie auf eine geeignete Hautpflege achten. Halten Sie Ihre Haut geschmeidig und vermeiden Sie Druck und Verletzungen.

Weitere Empfehlungen

Weiterhin können Sie die Wundheilung durch folgende Maßnahmen positiv beeinflussen:

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Nikotinentwöhnung
  • Gute Blutzuckereinstellungen bei Diabetikern

Worauf Sie als Diabetiker besonders achten sollten

  1. Überprüfen Sie täglich Ihre Füße und Fußsohlen auf Verletzungen, insbesondere nach einem längeren Spaziergang oder einer Wanderung. Ein Handspiegel kann dabei helfen.
  2. Zeigen Sie Ihrem Arzt auch kleinste Veränderungen an den Füßen. Je früher eine Behandlung beginnt, umso größer sind die Chancen, dauerhafte Schäden zu vermeiden.
  3. Waschen Sie Ihre Füße regelmäßig. Ein Fußbad sollte nicht länger als 3 Minuten
    dauern, damit die Haut nicht aufweicht. Nehmen Sie zur Fußwäsche nur lauwarmes Wasser. Trocknen Sie Ihre Füße sorgfältig ab. Cremen Sie Fußsohlen und Fersen mit einer harnstoffhaltigen Lotion ein, um Risse zu vermeiden.
  4. Verwenden Sie keine Schere, Nagelzwicker oder Raspeln und schneiden Sie Ihre Fußnägel nicht selbst, sondern gehen Sie möglichst zu einem Fußpfleger (Podologe). Bei Diabetes mellitus und dadurch hervorgerufenen Wunden oder Beschwerden wird eine professionelle Fußpflege durch einen zugelassenen Podo
    logen in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen. Ihr behandelnder Arzt muss Ihnen dafür nur eine Verordnung ausstellen.
  5. Tragen Sie Strümpfe und Socken aus Naturfasern, um Ihre Füße warm und trocken zu halten.
  6. Gehen Sie zweimal jährlich zur ärztlichen Fußkontrolle

Was tun bei Schmerzen?

  1. Sprechen Sie Ihren Arzt an, damit er eine optimale Therapie zur Schmerzlinderung einleiten kann.
  2. Vermeiden Sie Kleidungsstücke, die Druck auf die Wunde ausüben könnten.
  3. Beobachten Sie, durch welches Verhalten die Wunde weniger schmerzt (z. B. durch Bewegung, Hochlegen der Beine).

Eine vom Arzt verordnete Behandlungsmaßnahme kann auch Schmerzen verursachen. Fragen Sie Ihren Arzt, wie diese gelindert werden können.